Präventionskampagne – Nachtrag

•November 30, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Das wird nun wirklich innovativ: eine Präventionskampagne zum selber Basteln und individualisieren.

Farbe auswählen, Bild hochladen, Namen und Zahl der schon verwendeten Kondome eingeben – fertig.

http://www.tetu.com/capote/perso

 


Aus unserer Kategorie: moderne Präventionskampagnen …

•November 26, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

… wieder ein Beitrag aus dem schönen Frankreich. Wenn ich schon keine Zeit mehr finde, hier längere sinnvolle Texte zu schreiben, will ich wenigstens ein paar Bilder online stellen. Die Plakatkampagne basiert auf einem Wettbewerb und wurde vor einigen Wochen in ganz Frankreich öffentlich plakatiert.

Man möchte Kevin ja wünschen, dass “1 capote” untertrieben ist. Über 10.000 wären natürlich stolze Summen, oder bin ich da naiv? Gelungen ist jedenfalls, dass für die Kampagne gerade auch ältere Menschen als Motiv einbezogen wurden, denen man manche gerne unterstellen würden, dass sie ab dem 40. Lebensjahr kein Sexualleben mehr haben. Beide sehen jedenfalls so aus, als ob sie tatsächlich in ihrem Leben viel Spaß hatten. Schade nur, dass es kein Motiv mit einem jungen Mädchen gibt.

Ging’s zu schnell?

•Juni 14, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Lovelife.ch, die hier schon einmal gewürdigt wurden, hat eine neue Kampagne für Safe Sex gestartet, die unbedingt innovativ ist:

Hattest Du zu schnellen Sex, um an Gummis zu denken?

Zugegeben: Ottonormal-Fernsehzuschauer wird zweimal hinschauen müssen.

Homophobie und Universität?

•Juni 11, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Nach längeren Interventionen von Verbänden hat die für die Hochschulen zuständige Ministerin in Frankreich nun eine Plakatkampagne gegen Homophobie an den Universitäten vorgestellt. Eine sicherlich nachahmenswerte Initiative.

Immerhin wird deutlich, dass auch Vertreter einer konservativen Regierung ein Zeichen für Toleranz und gegen Homophobie setzen können. Überhaupt scheint in Frankreich auf staatlicher Ebene in den vergangenen Jahren ein scheinbar größerer Fortschritt zu beobachten, auch wenn Diskussionen um die eine oder andere homophobe Äußerung von Politikern immer wieder das Bild trüben. Zumindest hat der französische Staat traditionell weniger Probleme damit, die aus dem republikanischen Grundkonsens über die Menschen- und Bürgerrechte erwachsenen Überzeugungen auch affirmativ nach außen zu vertreten.

Immerhin wurde unter konservativer Ägide das Pendant zum Allgemeinen Gleichstellungsgesetz vergleichweise problemlos durchgesetzt und noch dazu garniert mit einer eigenen Agentur, die Diskriminierungen am Arbeitsplatz aber auch im öffentlichen Raum aus eigenem Antrieb oder auf Anzeige hin untersuchen und gegebenenfalls sogar öffentlich anprangern darf. Denkt man an die deutschen Diskussionen um das doch eher zahnlose AGG (die meisten Befürchtungen der Gegner hatten sich ja als nicht sonderlich realistisch erwiesen), so wundert man sich doch ein wenig über die hiesigen Diskussionen und über die Opposition gerade mancher “Liberaler”, die ihre – um die Sorge um die Unternehmen positiv zu umschreiben: – ordnungspolitischen Überzeugungen über die Sicherung individueller Freiheiten und der körperlichen und geistigen Unversehrtheit der Bürger zu stellen schienen.

Die erwähnte Haute autorité de lutte contre les discriminations et pour l’égalité (Deutsch: Hohe Behörde zum Kampf gegen Diskriminierung und für Gleichheit – HALDE) hat sich jedenfalls in der kurzen Zeit ihres Bestehens durchaus ihre Meriten verdient und sich als tatsächlich unabhängig und äußerst aktiv erwiesen: von der Überwachung möglicher Diskriminierungen zu Aktionen, die aus eigener Initiative Schwerpunkte setzen und  in die Öffentlichkeit wirken sollen oder der Sensibilisierung einzelner Berufsgruppen und Verantwortlicher dienen sollen. Neben der Berufswelt werden auch der Wohn- und Mietmarkt, das Bildungswesen, der öffentliche Dienst und die privaten Dienstleistungen von der HALDE abgedeckt: wer also wegen seiner sexuellen Orientierung oder Hautfarbe vom Türsteher oder vom Vermieter oder Makler abgewiesen wurde, hat in Frankreich gute Chancen, dass dieser sich angesichts einer Verfahrens der HALDE nochmal Gedanken über seine Einlasspolitik machen muss.

In deren Organen sind die betroffenen gesellschaftlichen Gruppen versammelt – von Gewerkschaften über Menschenrechtsgruppen bis zu “SOS Racisme” und “Ni putes Ni soumises” bis zu Wissenschaftlern. Im Vergleich dazu scheint die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit ihren 20 Mitarbeitern fast schon eine klassische Alibiveranstaltung.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass in Frankreich inzwischen vom Unterrichtsministerium der Kampf gegen jegliche Form von Diskrimnierung, darunter explizit auch Homophobie, zum festen Bestandteil der Lehrpläne gemacht worden ist, dass diskriminierende und diffamierende Äußerungen unter Strafe gestellt wurden (was m.E. im Konflikt mit der Meinnungsfreiheit durchaus problematisch ist) und – was mir tatsächlich bedenkswert scheint – in Frankreich ein diskriminierendes Motiv oder ein entsprechender Unterton bei sogenannten Haßverbrechen nicht nur strafverschräfend berücksichtigt wird: seit 2003 gilt für Gewaltverbrechen beim Nachweis solcher erschwerenden Umstände sogar ein deutlich erweiterter Strafrahmen.

Um wieder zum Ausgangspunkt zurück zu kommen: Es bleibt die Frage, wie es wirklich um offene Homosexualität in Hochschulen und Forschung bestellt ist. Ausgehend von Diskussionen mit anderen Wissenschaftlern herrscht bei mir doch der Eindruck vor, dass viele Studierende und erst recht Dozentinnen und Dozenten auf einer Trennung von Universtität und Privatleben beharren. Dass Homosexualität also – und das ist nicht als Vorwurf gemünzt – eindeutig einem wie auch immer abzugrenzenden Privatleben zugeschrieben wird. Ihr wird also kein gesellschaftlicher oder politischer Gehalt zugeschrieben.
Ob Hochschuldozenten hier eine Vorbildfunktion haben, würde ich bezweifeln – auch wenn man selbst im 21. Jahrhundert den positiven Effekt auf die – wohl immer noch – relativ große Zahl von (teilweise) nicht geouteten Studierenden nicht unterschätzen sollte.
In jedem Fall jedoch haben Dozenten jeglicher sexuellen Ausrichtung und auch – und erst recht – jeglicher Fakultät, selbst in vordergründig so unpolitischen Fächern wie Mathematik, die Verpflichtung, dort das Wort zu ergreifen und aufzustehen, wo Ihnen Homophobie begegnet. Dies gilt natürlich genauso für frauen, ausländerfeindliches oder ähnliches Verhalten und entsprechende Äußerungen.

Bleibt eine interessante Frage, die ein Experiment wert wäre: Wie viele von 100 Exemplaren dieser Plakate würden wohl an einer deutschen Universtität nach einer Woche noch hängen – ohne Beschädigungen und nicht beschmiert?

Notes to Obama – John Waters

•März 2, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

“Notes to Obama”-Interview mit John Waters: Die Ehe ist heilig? Lasst uns die Scheidung heterosexueller Paare verbieten!

http://news.bbc.co.uk/1/hi/programmes/world_news_america/7814498.stm